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Evo Drinks – Jannik Schaufler im Rückblick

Evo Drinks – Jannik Schaufler im Rückblick

Jannik im Gespräch über die vergangene Saison und über seinen Alltag zwischen Profisport und Studium

Servus Jannik,

  • deine Saison im Triathlon ist jetzt beendet und du hast viel erlebt. Hast du dir schon deinen verdienten
    Auch ein Triathlet hat Freizeit
    Auch ein Triathlet hat Freizeit

    Urlaub nehmen können? Wenn Ja, was hast du gemacht und wenn Nein, was steht noch bevor?

Mein wohlverdienter Urlaub gehört leider schon wieder der Vergangenheit an. Derzeit mache ich ein 4-wöchiges Praktikum und das Training kommt auch so langsam wieder in Schwung. Den Urlaub habe ich mit Freunden in Spanien verbracht. Zwar war ich bereits den ganzen Sommer über in ganz Europa auf Wettkampftour, so hat es doch gut getan, den Radkoffer und die Laufschuhe mal zuhause zulassen.

  • Rückblickend betrachtet, was war dein absoluter Höhepunkt? Hat es auch einen Tiefpunkt gegeben? Bitte erzähl uns davon.

Höhepunkt war sicherlich die Deutsche Meisterschaft der Elite, wo ich mir den U23-Titel sichern konnte und gleichzeitig die Norm für den B-Kader erfüllt habe. Ein wichtiges Ergebnis, in vielerlei Hinsicht: Im Triathlon wird oft von „dem perfekten Tag“ gesprochen. In den ersten Rennen der Saison lief leider das ein oder andere Mal nicht alles nach Plan und umso glücklicher war ich, dass an diesem Tag dann wirklich mal alles gepasst hat. Außerdem wird meine Förderung durch diese Leistung von Seiten der DTU und der Deutschen Sporthilfe nicht nur fortgesetzt, sondern sogar erweitert. Als negativen Höhepunkt würde ich die Deutsche Meisterschaft der Junioren in Nürnberg bezeichnen. In aussichtsreicher Position liegend gestürzt und in der Konsequenz die Qualifikation für die Junioren Weltmeisterschaft knapp verpasst. Nichtsdestotrotz kann man auch aus solchen Tagen viel lernen: So werde ich ein Rennen wohl nie wieder im Kopf frühzeitig aufgeben.

Die Sonne von Spanien genießen
Die Sonne von Spanien genießen
  • Du bist Profisportler und Student in einer Person. Wie können wir uns deinen Alltag vorstellen? Gibt es stressige Situationen in der Variante Sport und Studium miteinander zu verbinden?

Ich kann mich glücklich schätzen, dass es mir von der Uni gewährt wird, mein Studium sportlich bedingt ein wenig in die Länge zu ziehen. Ich plane, ein Semester länger zu studieren als es die Regelstudienzeit vorschreibt. Zudem gibt es eine Kooperation mit dem Olympiastützpunkt vor Ort, durch die es uns Sportlern ermöglicht wird, bspw. Sondertermine oder Fehlzeitenkompensierungen in Anspruch zu nehmen. Die extrem kurzen Wege vor Ort in Saarbrücken wirken zudem zeit-ersparend im Alltag. Stressig wird es eigentlich nur, wenn wie dieses Jahr Anfang August Prüfungsphase und Wettkampfvorbereitung auf einen Zeitraum fallen. Dann muss man eben – wie so oft im Leben – Prioritäten setzen, Abstriche machen und Kompromisse eingehen.

  • Da du beide Dinge kombinieren musst, interessieren uns natürlich auch die Unterschiede im Alltag, bezogen auf die Saisonpause und einer laufenden Saison. Wie sieht hierbei das Verhältnis aus?

Seit ich in Saarbrücken lebe hat der Sport nochmal deutlich an Bedeutung gewonnen. Eigentlich dreht sich den ganzen Tag alles nur um Schwimmen, Radfahren und Laufen. Umso seltsamer ist das Gefühl zu Beginn der sogenannten „Offseason“. Da ich das young men taking viagra Glück hatte, während meiner Saisonpause weder studieren, noch arbeiten zu müssen, wurde meist ausgeschlafen. Wo es sonst morgens direkt ins Training geht, lag man nun auf der faulen Haut. Man widmet sich Dingen, für die innerhalb der Saison die Zeit zu fehlen scheint. Und man widmet sich Dingen, die mit dem Leistungssportlerdasein innerhalb der Wettkampfsaison nicht zu vereinbaren sind. Zum Glück habe ich viele sportliche Leidensgenossen hier in Saarbrücken, sodass es eigentlich nie langweilig wurde.

  • Der Triathlonsport wird durch Größen wir Jan Frodeno oder Sebastian Kienle in Deutschland immer populärer. Kannst du das auch aus deiner eigenen Erfahrung bestätigen – vielleicht durch eine immer stärker werdende Konkurrenz?

Jan Frodeno ist sicher gerade DAS Aushängeschild des Deutschen Triathlons. Auch durch seine hohe Medienpräsenz trägt er einen großen Teil zur positiven Entwicklung des Triathlonsports in Deutschland bei. Leider findet dieser „Triathlonboom“ vor allem auf der Langdistanz statt. Wir Kurzdistanzler rücken durch mangelnde Erfolge in den letzten Jahren und fehlenden Extremsportgedanken leider mehr und mehr in den Hintergrund. Nichtsdestotrotz tut sich sehr viel in der Nachwuchsarbeit, in der sich mittlerweile auch viele ehemalige Profis engagieren. Und sehr wohl bekomme ich das auch zu spüren. Zum einen durch eine immer höhere Leistungsdichte, zum anderen ist es aber auch keine Seltenheit, dass ein Athlet quasi „aus dem Nichts“ zu Höchstform aufläuft.

  • Jeder Sportler der in der Profiliga spielt sollte sich ja ein Ziel für die nächste Saison setzen. Welches Ziel oder vielleicht auch welche Ziele hast du dir vorgenommen? Was hängt bei dir am Kühlschrank 😉

Ich gehöre nächstes Jahr als jüngster Jahrgang zur Altersklasse der U23. Die größte Herausforderung wird sicherlich die Umstellung auf die olympische Distanz. Zudem tut sich in Sachen Struktur bei der Deutschen Triathlon Union gerade so einiges nach den Olympischen Spielen. Zunächst einmal wäre ich sehr dankbar, wenn ich den Winter mit möglichst viel Training und wenig Verletzungen hinter mich bringen könnte. Dann will ich mich nach und nach im World Triathlon Series-Team behaupten, Wettkämpfe auf höchstem Niveau bestreiten und vielleicht ja auch das ein oder andere Idol von früher hinter mir lassen. Am Kühlschrank hängen NOCH keine olympischen Ringe, falls du darauf anspielen willst. Bis vor kurzem hing dort noch ein Putzplan, der wurde aber schnell wieder abgeschafft…

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